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Der Chef der Armee diskutierte in Lenzburg die aktuelle Sicherheitslage der Schweiz
Während des viermonatigen Tandem-Programms treffen sich Mentor Sandro Stutz (links) und Mentee Quan Young wöchentlich zur Besprechung.
Bild: Olivier Diethelm
Das Mentoring-Programm Tandem Aargau von benevol Aargau unterstützt Stellensuchende ab 40 auf vielfältige Weise. Wie wertvoll dieses Programm heutzutage ist, zeigt das Porträt eines aktuellen Tandems.
Region Wenn man seine Stelle verliert, zieht es einem nicht selten den Teppich unter den Füssen weg, vor allem dann, wenn man es gar nicht erwartet hat. Für viele Betroffene ist der darauffolgende Bewerbungsprozess eine grosse Herausforderung, gerade auch, wenn sie vorher viele Jahre in der gleichen Firma gearbeitet haben. Das RAV und Bewerbungskurse bieten zwar eine gewisse Unterstützung, aber im Grossen und Ganzen stehen die Betroffenen oft ziemlich alleine da.
Orientierungslosigkeit, Unsicherheit oder sogar Ängste können sich breit machen. Genau da kommt das Mentoring-Programm Tandem Aargau von benevol Aargau mit seinen freiwilligen Mentorinnen und Mentoren ins Spiel. Sie bringen Ruhe und Sicherheit in den Bewerbungsprozess ihrer Mentees, welche sie während vier Monaten begleiten und gezielt unterstützen.
Einer dieser Mentoren ist Sandro Stutz. Er hat in seiner langjährigen Tätigkeit als Geschäftsführer der Zehnder Group International AG in Gränichen viele Vorstellungsgespräche geführt und weiss, worauf es beim Bewerben ankommt. Zudem ist er ausgebildeter Coach. Er wollte nach seiner Pensionierung noch etwas Nützliches machen. So lag es nahe, dass er vor gut einem Jahr Mentor bei benevol Aargau geworden ist, da ihn das Konzept eines Tandems sehr interessiert und auch überzeugt hat.
Nach einer feinfühligen Vorselektion durch benevol haben sich Sandro Stutz und sein möglicher zweiter Mentee Quan Young zunächst mal kennengelernt, um zu schauen, ob die Chemie zwischen ihnen stimmt. Dem war so und sie starteten gemeinsam das Tandem.
«Vor unserem ersten Treffen sollte Herr Young mir ein komplettes Bewerbungsdossier mit Motivationsschreiben, Lebenslauf und Arbeitszeugnissen senden, und zwar auf eine fiktive Stelle, die ich ausgeschrieben habe und seiner früheren Basis entspricht. So konnte ich es studieren und wir waren auf dem gleichen Stand», erklärt Sandro Stutz.
«Wir treffen uns während dieser vier Monate wöchentlich in ungezwungener Atmosphäre. Er erzählt mir von seinen Erfahrungen und wo er im Bewerbungsprozess steht. Wir schauen uns Jobangebote an, priorisieren diese und schauen, was matchen könnte. Wir reden über Bedenken, bei Bewerbungen eine Runde weiterzukommen und was man da machen kann. Wir üben auch Vorstellungsgespräche.
Ich habe Herrn Young zudem ermutigt, die Firmen mal anzurufen und sich nach dem Stand der Bewerbung zu erkundigen. Das ist etwas, was sich viele Bewerbende nicht getrauen, aber absolut legitim ist und manchmal auch von Vorteil sein kann, wenn die personalverantwortliche Person einen schon mal gehört hat», hält der Mentor fest. «So arbeiten wir uns an die Zielvorgaben heran, dass der Mentee nach diesen vier Monaten möglichst einen für ihn passenden Job gefunden hat.»
«Mit dem Verlust des Jobs verliert man auch ein gewohntes Umfeld mit Kollegen und Kontakten – das ist nicht zu unterschätzen», betont Quan Young. Der studierte Ingenieur ist seit 15 Jahren in der Schweiz und war Qualitätsmanager in einer grossen internationalen Firma in der Romandie. Als diese weltweit über 2200 Stellen abbaute, war auch er im August 2024 davon betroffen.
Nach dem Bewerbungskurs und zahlreichen 3-Satz-Absagen wurde ihm klar, dass es wichtig wäre, jemanden zu haben, der ihn im Bewerbungsprozess begleitet, ihm Feedback gibt und ihm auch zuhören kann. «Es geht einem sehr viel durch den Kopf und man ist verunsichert. So ist es extrem wertvoll, einen Coach zu haben, mit dem man offen über das alles sprechen kann und auch Ängste äussern kann», erzählt Quan Young. Er sei sehr froh über das Tandem, man sei nicht alleine und könne sich austauschen.
«Als Mentor bin ich als Vertrauensperson in der Zeit des Tandems für meinen Mentee da und unterstütze ihn proaktiv bei seiner Stellensuche. Mich erfüllt diese freiwillige Tätigkeit und ich empfinde sie als sehr bereichernd, da ich selbst auch davon profitiere und spannende Dinge erfahre. Und wenn das Tandem dann zu einer Lösung oder sogar zu einer unbefristeten Festanstellung führt – umso besser, das ist dann die Krönung», erklärt Sandro Stutz seine Motivation für das Mentoring-Programm tätig zu sein.
«Das Tandem ist nicht nur für die Stellensuche sehr empfehlenswert, auch die Verbindung zwischen Menschen ist sehr wichtig», ergänzt Quan Young. Er könne von diesen vier Monaten enorm viel profitieren.
Seit zehn Jahren begleitet das Mentoring-Programm Tandem Aargau Erwerbslose ab 40 auf ihrem Weg zu neuen beruflichen Perspektiven. Über 1000 Stellensuchende haben sich für das Projekt gemeldet und rund 620 Tandems wurden erfolgreich begleitet.
Dies dank dem Einsatz engagierter Mentorinnen und Mentoren, die als erfahrene Berufsleute ihr Wissen und ihre Zeit freiwillig zur Verfügung stellen. Sie sind das Herzstück von Tandem Aargau und haben mit ihrer Unterstützung schon unzählige Türen geöffnet, die sonst verschlossen geblieben wären. Unter www.tandem-ag.ch gibt es weitere Informationen.
Von Olivier Diethelm
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