Rolf Walser
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«Perlen des Jodelgesangs» sind am Pfingstsonntag wieder in der katholischen Kirche Peter und Paul in Aarau zu hören. Zum 9. Mal organisiert der Jodlerklub Aarau das Jodler-Pfingstkonzert. Hinter diesem beliebten Anlass steckt jedes Jahr viel Herzblut und eine Menge Arbeit – zugunsten eines altüberlieferten Brauchtums und einer lebendigen Schweizer Tradition.
Aarau Am Pfingstsonntag, 24. Mai, um 17 Uhr findet in der katholischen Kirche Peter und Paul in Aarau bereits das 9. Aarauer Jodler-Pfingstkonzert statt. Organisiert wird der beliebte Anlass von Präsident Heinz Rennhard und Ehrenpräsident Moritz Hunziker vom Jodlerklub Aarau. Dass das Konzert bereits zum neunten Mal durchgeführt werden kann, ist für Rennhard keine Selbstverständlichkeit: «Nur dank verschiedener treuer Sponsoren und Gönner kann das Pfingst-Jodlerfest dieses Jahr zum 9. Mal stattfinden.»
Die Sponsorensuche sei jedes Jahr mit viel Arbeit verbunden. «Einige springen ab, es kommen aber auch neue Sponsoren dazu», sagt Rennhard. Für den Jodlerklub Aarau sei das Konzert finanziell von grosser Bedeutung. Mit den Einnahmen würden unter anderem neue Mitglieder eingekleidet oder mal eine Vereinsreise finanziert.
Bei der Auswahl der Formationen setzt der Klub auf Qualität und Vielfalt. «Unser Pfingst-Jodlerkonzert ist bei den Jodlerklubs schweizweit bekannt, sie kommen gerne», erklärt Rennhard. Man achte darauf, Jodlerformationen aus allen Landesteilen einzuladen, um dem Publikum einen abwechslungsreichen Mix aus Liedern, Dialekten und Trachten bieten zu können. So stammen die auftretenden Gruppen etwa aus dem Toggenburg, Appenzell, dem Berner Oberland, der Innerschweiz oder auch mal aus dem Kanton Freiburg.
«Es müssen erstklassige Jodlerklubs sein, die sich einen Namen gemacht haben», betont Rennhard. Ergänzt werde das Programm jeweils durch eine hochkarätige Musikformation. In den vergangenen zwei Jahren konnten die Organisatoren die Ländlerkapelle Carlo Brunner mit Alphornsolistin Lisa Stoll verpflichten. Für das kommende Jahr kündigt Rennhard zum 10-Jahr-Jubiläum ein ganz besonderes Konzert an, «in dem wir dann noch einen drauf legen.»
Auch Moritz Hunziker sieht den guten Ruf des Anlasses als Schlüssel zum Erfolg. «Durch meine langjährige Tätigkeit als Präsident und Vize-OK-Präsident vom Eidgenössischen Jodlerfest 2005 in Aarau haben wir gute Beziehungen zu den Spitzenformationen, die gerne zu uns kommen. Heinz pflegt diese weiter und baut sie auch aus.»
Moderiert wird das Konzert erneut von Sämi Studer, dem bekannten Moderator der SRF-Musikwelle. «Er ist ein Glücksfall für diesen Anlass», sagt Rennhard. Studer komme beim Publikum sehr gut an, verfüge über ein fundiertes Wissen zur Schweizer Jodlerszene und habe immer spannende Informationen zu den auftretenden Formationen parat. Er sei von Anfang an dabei und moderiere das Jodler-Pfingstkonzert sehr gerne.
Sorgen bereitet dem Klub derzeit die Suche nach einer Nachfolge für die langjährige Dirigentin Erika Wild. «Bis jetzt haben wir niemanden gefunden, der zu uns passt», sagt Rennhard. Umso erfreulicher sei es, dass Wild noch bis Januar 2027 weitermache. Hoffnung setzt der Klub auf ihre Jodlerin Ursi Zimmermann. Sie wird die Proben ab Januar 2027 leiten. Zimmermann besucht bereits Kurse und beginnt voraussichtlich die Ausbildung zur Dirigentin. «Sie ist mit Leib und Seele dabei», sagt Rennhard. Der Klub unterstütze sie diesbezüglich auch finanziell.
Am bewährten Ablauf des Konzerts wird festgehalten: Jede Formation singt im ersten und zweiten Teil jeweils zwei Lieder, aufgelockert durch Moderation und musikalische Einlagen der Kapelle. In der 20-minütigen Pause sind Formationen und Sponsoren zu einem Apéro eingeladen. Traditioneller Höhepunkt ist jeweils das äusserst beliebte und bekannte Schlusslied «E gschänkte Tag», welches von allen Mitwirkenden gesungen wird. Danach treffen sich Formationen und Sponsoren im Gasthaus Schützen in Aarau zum gemeinsamen Nachtessen, wo oft noch weitergesungen und musiziert wird.
Seit Januar 2025 steht Heinz Rennhard dem Jodlerklub Aarau als Präsident vor. Er übernahm das Amt von Moritz Hunziker, der den Klub über 40 Jahre lang geprägt hat. «Ja, wir haben so viel investiert, das darf einfach nicht sterben», sagt Rennhard. Er könne auf die Unterstützung Hunzikers und eines engagierten Vorstands zählen. Besonders wichtig sei ihm die Kameradschaft im Klub. Der Verein zählt heute 28 aktive Mitglieder und konnte in den letzten zwei Jahren vier neue Mitglieder gewinnen, der Jüngste ist 21 Jahre alt.
Den Jodlerklub Aarau gibt es seit fast 100 Jahren. «Wir pflegen die Schweizer Kultur des Jodelns», sagt Rennhard. Er wünsche sich, dass dieses überlieferte Brauchtum auch in der Aarauer Kultur mehr Platz und Unterstützung erhalten würde: «Ich finde, wir hätten das verdient.»
Weitere Informationen finden sich auf www.jodlerklub-aarau.ch
Von Olivier Diethelm
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