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Motiviert ins neue Jahr gestartet blickt Gemeindeammann Daniel Marti auf grosse Projekte und finanzielle Herausforderungen. Er spricht über den Fahrplan der Kreisschule Lotten, ordnet die Gemeindefinanzen ein und zeigt auf, welche Aufgaben Rupperswil in den kommenden Monaten beschäftigen werden.
Herr Marti, es stehen nun schon ein paar Wochen in den Büchern des neuen Jahres. Wie sind Sie gestartet?
Motiviert! Ich habe mich sehr auf das neue Jahr und die damit verbundenen neuen Chancen gefreut. Nach einer kurzen, aber herzlichen Begrüssung von Ettore Mariani, unserem neuen Gemeinderat und Verantwortlichen für das Ressort Finanzen, gilt es nun, als frisches Team am Ball zu bleiben. Wir haben uns ambitionierte Ziele für das Jahr 2026 gesetzt und freuen uns darauf, gemeinsam mit der Verwaltung und der Bevölkerung an deren Erreichung zu arbeiten.
Seit 2018 sitzen Sie im Gemeinderat, Gemeindeammann sind Sie seit 2023: Was motiviert Sie an der Arbeit im Gemeindehaus?
Für mich ist die Arbeit in einem dynamischen Team, um für die Gesellschaft die Lösungen von morgen zu erarbeiten, eine der erfüllendsten Aufgaben, die es gibt. Die Arbeit mit und für Menschen begeistert mich. Zudem empfinde ich es als grosse Wertschätzung und Verpflichtung zugleich, diese Verantwortung tragen zu dürfen.
Bei den Wahlen wurden alle wiederangetretenen Gemeinderäte bestätigt. Warum denken Sie, spricht die Bevölkerung dem Gremium erneut das Vertrauen aus?
Ich glaube, wir konnten in der vergangenen Legislatur der Bevölkerung aufzeigen, dass wir Verantwortung wahrnehmen und umsichtig handeln. Zudem wurden uns vom Souverän Ressourcen zugesprochen, und wir konnten diesen Handlungsspielraum gewinnbringend für die Gemeinde einsetzen, ohne den Rahmen vollständig auszuschöpfen. Dieses Vorgehen zeigt, dass gegenseitiges Vertrauen vorhanden ist.
Auch intern stelle ich fest, dass wir als Team gut funktionieren und uns sinnvoll ergänzen. Offensichtlich wird dies auch ausserhalb des Gemeinderatszimmers wahrgenommen.
Für die Kreisschule Lotten wird ein zentraler Standort gesucht: Wie sieht der Fahrplan bei diesem Grossprojekt aus? Als geeignet gelten die Flächen im Dorfzentrum rund um die bestehende Schulanlage in Rupperswil. Ist das auch Ihre gewünschte Lösung?
Gerne möchten wir das Projekt eines zentralen Kreisschulstandorts an den Sommergemeinden der Gemeinden Hunzenschwil, Schafisheim und Rupperswil zur Abstimmung bringen. Aktuell laufen die Vorbereitungen dazu auf Hochtouren. Die Zusammenarbeit mit den Nachbargemeinden ist ausgezeichnet, benötigt verständlicherweise jedoch etwas mehr Zeit. Sollte es uns deshalb nicht gelingen, bis zu den Sommergemeinden der Schule sowie der Bevölkerung ein solides und tragfähiges Konzept aufzuzeigen, werden wir uns erlauben, erst an die Wintergemeinden zu gelangen. Gerade in dieser Phase ist es wichtig, eine überaus gute Grundlage für die zukünftige Schule zu legen.Ursprünglich wurden mehrere Standorte geprüft; aktuell vertiefen wir drei Varianten im Dorfzentrum. Sämtliche Varianten betreffen das Dorfzentrum von Rupperswil. Ich sehe bei jeder Variante sowohl Vorteile als auch Nachteile. Umso mehr freue ich mich auf den intensiven Diskurs, den wir in den nächsten Wochen und Monaten führen werden. Schlussendlich muss es unser Ziel sein, für die Kreisschule eine langfristig gewinnbringende und zukunftsfähige Schulinfrastruktur zur Verfügung zu stellen.
Angesichts der hohen Kosten stellen sich immer die Fragen nach den Finanzen; Rupperswil schreibt, anders als viele andere Gemeinden, im Budget 2026 ein Plus von ca. 1,2 Millionen Franken. Wie kommt das zustande?
Hier muss ich korrigieren: Die 1,2 Millionen Franken in diesem Jahr sind ein reiner Buchgewinn. Dieser ergibt sich daraus, dass wir die Liegenschaften und Grundstücke alle vier Jahre neu bewerten müssen (kantonale Vorgabe). Die tatsächliche Finanzsituation von Rupperswil präsentiert sich leider deutlich düsterer. Dies hat verschiedene Gründe, würde jedoch den Rahmen dieses Interviews sprengen. Vereinfacht und stark zusammengefasst lässt sich sagen, dass wir schneller wachsen, als wir derzeit die notwendige Infrastruktur realisieren können – wie auch das Beispiel der Schule zeigt. Dies führt zu einem strukturellen Defizit. Umso wichtiger ist es, jetzt langfristig gute und nachhaltige Lösungen zu schaffen. Diese sind, wie so oft im Leben, aus langfristiger Betrachtung die günstigsten.
Gleichzeitig stellte der Gemeinderat an der Winter-Gemeinde eine Steuerfusserhöhung auf 105 Prozent in Aussicht – warum?
Die Verwaltung und auch der Gemeinderat arbeiten fast täglich an Sparbemühungen und Optimierungen, damit ein solcher Antrag nicht gestellt werden muss. Dank dieser Massnahmen konnten wir eine Steuererhöhung bislang bereits zweimal verschieben. Wir kämpfen jedoch gegen ein strukturelles Defizit. Neben den bereits erwähnten Aufwänden steigen auch die Transferkosten zu stark an. So wird es wohl in naher Zukunft notwendig werden, um all unsere Aufgaben gewährleisten zu können, den Steuerfuss anzuheben.
Ein Highlight war das Kinderfest – wie nahmen Sie den Anlass wahr?
Sensationell, es war ein Jahreshighlight für uns als Gemeinderat! Ich danke allen von Herzen, die mitgeholfen haben, das Jugendfest zu gestalten und mit tatkräftigen Händen zu diesem wunderschönen Anlass werden zu lassen. Viele ehrenamtliche Stunden wurden vor und nach dem Fest zugunsten dieses schönen Anlasses geleistet.
Zu reden gab auch ein Fall im September: Unbekannte klauten in Rupperswil acht Schafe. Hat man die Schafe – oder zumindest die Täter – fassen können?
Ich kann es nicht anders sagen: Das ist eine Sauerei, und die Täterschaft gehört bestraft. Ich vertraue der Polizei und unseren Ermittlungsbehörden, dass sie den Fall bald lösen können. Wie ich auf dem Latrinenweg erfahren habe, gibt es zudem eine Spur.
Welche Projekte werden Sie 2026 sonst noch auf Trab halten?
Neben den laufenden schulraumplanerischen Themen wird uns auch die Zentrumsplanung weiterhin beschäftigen, ebenso wie die angesprochene Finanzlage. Zusätzlich werden verwaltungsinterne Digitalisierungs- und Entwicklungsprojekte forciert. Die Ortsbürgergemeinde plant auch die nächsten Schritte in Richtung Zukunft, und das nahezu grösste Projekt, die Neuausrichtung der EVR, steht an. Anders ausgedrückt: Wir haben für das Jahr volle Auftragsbücher und freuen uns auf all die Herausforderungen.
Sie haben das letzte Wort.
Der Gemeinderat und die Verwaltung wünschen allen einen guten Start ins neue Jahr. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit und den Austausch mit der Bevölkerung, den Vereinen, unseren Partnern und den Nachbargemeinden.
Interview: Joel Dreier
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