Rolf Walser
Interview: OK-Präsident und Gesamtschulleiter über das «Speuzer Schuelfescht»
Im Juni kehrt das Freilichttheater auf den Staufberg zurück. Das diesjährige Stück erzählt bewegende Geschichten aus der ehemaligen Konservenfabrik Hero.
Staufen Nach kurzem Fussmarsch oben auf dem Staufberg angekommen, hörte man ihn an diesem Samstag schon von Weitem: Der Chor des Freilichttheaters übte gerade ein Lied mit Choreo ein. Es ist die erste von drei Samstagsproben, bei denen das komplette Ensemble von morgens bis abends auf der grossen Bühne übt.
Regisseur Peter Locher gibt von der Tribüne aus Anweisungen, zwischendurch werden Positionierung und Abläufe rege diskutiert. Dieser offene und direkte Austausch zwischen Schauspielern und Regie ist wichtig, damit für die Premiere am 4. Juni alles sitzt, wird Peter Locher später erklären. Er wisse zwar genau, wo er mit dem Bühnenwerk hin wolle – sein Regiestil sei einst als liebenswürdig, aber hartnäckig bezeichnet worden – für den kreativen Prozess seien die Rückmeldungen der Schauspieler dennoch zentral.
Apropos Bühnenwerk: Im diesjährige Stück «Hero – Geschichten mit Herz» des Freilichttheaters Staufberg lebt die legendäre Hero aus Lenzburg als Konservenfabrik wieder auf. Es erzählt die Geschichte der Gründer Henkel, Zeiler und Roth aber nicht einfach chronologisch nach. «Eine Geschichtsstunde wäre nicht spannend», so der Regisseur. In unzähligen Stunden Recherchearbeit – etwa im Archiv des Museums Burghalde und in Gesprächen mit Zeitzeugen – habe er spannende und berührende Geschichten gesammelt und diese zu einer Erzählung zusammengeführt. «Es geht um Mut, Verzicht, Liebe, Eifersucht und und und», so Locher. Fast nebenbei soll das Publikum die Historie der Hero und ihrer Gründer mitnehmen.
Es ist kaum vorstellbar, wie viel Zeit die Beteiligten in Freiwilligenarbeit bereits investierten, um das Theater auf die Beine zu stellen. Alleine der Bühnenbau bedurfte Tausende Mannstunden und wäre ohne die Hilfe des Zivildienstes kaum zu stemmen gewesen, wie Produktionsleiter Markus Moser sagt. Von Ticketing, Marketing, Sicherheits- und Verkehrskonzept etc. ist da noch gar nicht die Rede.
Auch die Darsteller haben schon vor Monaten mit dem Proben begonnen, zu Beginn noch im Zopfhuus unten im Dorf, seit zwei Wochen nun auf dem Staufberg. « Wir sind im Fahrplan», sagt Regisseur Peter Locher. Mit den ganztägigen Samstagsproben steht nun der fordernde Schlussspurt bevor. Die langen Probentage seien anstrengend und würden ihnen viel abverlangen, sind sich die Schauspieler einig. Genau so gebe es ihnen aber auch viel Energie und lasse die Vorfreude steigen, dass es nun bald losgeht.
Von Adrian Oberer
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