Ein Tag der Freude
Maienzug Aarau: Zahlreiche Zuschauer/innen wohnten dem Umzug bei
Die Walliser Mundart-Ikone Sina singt ihre Hits für einmal im orchestralem Gewand der argovia philharmonic.
Bild: Pat Wettstein/Photoproductio
An der diesjährigen Lenzburgiade, die vom 16. bis 21. Juni stattfindet, sind grosse Namen mit dabei: Star-Geiger Daniel Hope mit dem Programm «Irish Roots», die Kabarettistin Patti Basler mit dem «Karneval der Tiere», und die Walliser Mundart-Ikone Sina. Die bekannte Pop Sängerin tritt diesmal nicht mit ihrer Band, sondern mit dem argovia philharmonic unter der Leitung von Jonas Ehrler auf. Das OK hat mit ihr über dieses «Fremdgehen» gesprochen.
Es ist natürlich ein ganz anderes Gefühl, als wenn ich mit einer Band auf der Bühne stehe. Vom Klangkörper her, und von der Anzahl der Musiker/innen. Es ist, als würde man von einer Welle getragen, von diesem dreidimensionalen Sound, in dem die Stimme mit dem Orchester verschmilzt. Das ist schon einzigartig. Pop und Klassik funktionieren im Grundsatz sehr verschieden. Der Sound einer Popband ist direkt, rhythmisch, oft elektrisch. Ein Orchester dagegen organisch, es atmet mehr.
Ich arbeite seit Jahren immer wieder mit klassischen Formationen zusammen. Und verwende auch in meinen Songs verschiedentlich klassische Elemente. Ein erstes grosses Projekt war «Songs & Symphonie» mit Michael von der Heide. Das Symphonische Orchester Zürich hatte uns 2010 dafür angefragt. Wir traten unter anderem in der Tonhalle Zürich auf, wo Michi und ich eigene Songs, Covers und Duette sangen.
Ja, seit genau zehn Jahren gibt es regelmässige musikalische Begegnungen mit dem Orchester. Das war immer eine Freude und hochprofessionell. Es freut mich, dass es nun, unter dem Intendanten Simon Müller, wieder zu einer Zusammenarbeit kommt.
Kühne ist klassischer Flötist & Saxophonist. Er ist, zusammen mit dem Arrangeur Philip Henzi, stark in die Produktion involviert, als Brückenbauer zwischen den Stilen.
Das hat sich erst mit der Zeit ergeben. Ich habe zehn Jahre lang nach dem gesucht, was meine künstlerische Persönlichkeit ausmacht. Das waren wichtige Lern- und Wanderjahre. Zuerst versuchte ich mich in Englisch und Hochdeutsch, bis ich entschied: Ich will mich in meiner Sprache ausdrücken. Meinen ersten Mundartsong habe ich mit Dreizehn geschrieben. Mit 27 habe ich dann meine erste Mundart-CD herausgebracht.
Dadurch, dass es damals wenig Frauen gab im Mundartbereich und ich die Erste war, die Walliserdeutsch in der deutschen Schweiz bekannt machte, war die Aufmerksamkeit gross. Wir hatten nicht damit gerechnet, dass das Album so schnell die Hitparade stürmen würde. Ich musste dann sehr schnell eine Band zusammenstellen (lacht). Der Pfarrerssohn als oft gespielter Titel kam unterschiedlich an. Im katholischen Wallis war der Start etwas holprig. Als die übrigen Radiostationen das Lied dann spielten, zog das Wallis nach.
Lustig, dass ich diese Frage im Gegensatz zu meinen männlichen Kollegen so oft gestellt bekomme. Ich schreibe einen Grossteil meiner Texte selbst. Daneben arbeite ich auch gern mit InstrumentalistInnen, und wir entwickeln die Songs im Teamwork. Auf dem Album «Ziitsammläri» war das Konzept, dass ich mit AutorInnen über die Zeit schreibe, z.B. mit Sibylle Berg, Bänz Friedli und Simone Meier.
Das Akkordeon bietet eine ganze Welt an Klängen und Stilen. Patricia ist als Puls wichtig und auch für den Groove zuständig. Wir arbeiten seit Jahren zusammen, mit ihr zu musizieren ist ein grosses Vergnügen. Sie ist eine Virtuosin, auch in der Improvisation, und sie beherrscht jeden Stil, von Zigeunermusik bis zum Zäuerli. Für uns alle werden diese stilübergreifenden Konzerte ein besonderes Erlebnis, auf das ich mich sehr freue.
Interview: OK Lenzburgiade
Freitag, 19. Juni, Schlosshof
Türöffnung: 18 Uhr
Konzertstart: 19.30 Uhr
Tickets und weitere Infos: www.lenzburgiade.ch
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