Ein Tag der Freude
Maienzug Aarau: Zahlreiche Zuschauer/innen wohnten dem Umzug bei
19 Jungbürgerinnen und Jungbürger wurden an der Gemeindeversammlung als neue Stimmberechtigte willkommen geheissen und erhielten von Frau Gemeindeammann Susanne Rölli das zur Tradition gewordene Badetüchli überreicht.
Bild: aob
Die Seenger Gemeindeversammlung genehmigte mehrere Geschäfte ohne Diskussion. Für kritische Fragen sorgte einzig der Kreditantrag für den Ersatz sämtlicher Wasserzähler.
Seengen Zum Start der Rechnungsgemeindeversammlung in Seengen werden jeweils die Jungbürgerinnen und Jungbürger willkommen geheissen. So durfte der Gemeinderat auch dieses Jahr 19 neue Stimmberechtigte begrüssen. Ehe das erste offizielle Versammlungstraktandum abgehandelt wurde, gab ihnen Frau Gemeindeammann Susanne Rölli Glückwünsche mit auf den Weg und strich die Wichtigkeit der aktiven Teilnahme am politischen Leben in der Gemeinde hervor.
Im Eiltempo handelte die Versammlung anschliessend die ersten zwei Drittel der Traktanden ab. Die Jahresrechnung 2025, die Kreditabrechnung zum neuen Tanklöschfahrzeug, der Rechenschaftsbericht 2025 sowie die Änderungen der Reglemente zur Abfallentsorgung und zur Finanzierung von Erschliessungsanlagen nickten die Stimmberechtigten ohne Beanstandungen ab.
Dies änderte sich, als der Ersatz sämtlicher Wasserzähler auf dem Gemeindegebiet zum Thema wurde. Wie Gemeinderat Daniel Holliger aufzeigte, haben die heutigen Zähler nach 15 Jahren im Einsatz ihr Lebensende erreicht. Besonders den in den Funkmodulen vergossenen Batterien gehe langsam der Saft aus. Für den deshalb nötigen Totalersatz beantragte der Gemeinderat einen Kredit über 510'000 Franken.
Für Diskussionsstoff sorgten ebendiese Funkmodule. Denn in Seengen kommt zur Zählerauslese das sogenannte «Drive-by-Verfahren» zum Einsatz: Die Module lesen periodisch den Zählerstand aus und übertragen die Daten schliesslich per Funk, sodass sie von der Strasse aus empfangen werden können. Eine Stimmberechtigte monierte, dass dies bei vielen Systemen im Sekundentakt passiere, was den Datenschutz verletzen könne und Tag und Nacht zu einer erhöhten Strahlenbelastung führe. Sie störte sich zudem daran, dass der Gemeinderat einen Kredit beantragt, bevor feststeht, welches System angeschafft werden soll. Die entsprechende Evaluation steht nämlich noch aus, wie Gemeinderat Holliger bestätigte. Der eingebrachte Rückweisungsantrag blieb allerdings erfolglos; die Seenger Stimmbevölkerung sprach sich grossmehrheitlich für den Kredit aus.
Unumstritten war in der Folge der Kreditantrag über 530'000 Franken für den Ersatz des Frauenbads. Es war schon länger bekannt, dass das Seebad auf einem instabilen Untergrund steht. Seit dem Bau im Jahr 2001 habe sich das Gebäude um rund 20 Zentimeter abgesenkt, was bereits zu Schäden an der Holzkonstruktion geführt habe, wie Gemeinderat Eli Wengenmaier ausführte. Ein kompletter Neubau sei daher nötig, um auch den Unterbau stabilisieren zu können.
Aus der Bevölkerung gab es lediglich die Rückmeldung, dass bei einem Neubau die Duschensituation verbessert werden soll: Zur bestehenden Duschkabine wünschte sich ein Stimmberechtigter Aussenduschen, um Dusch-Staus zu verhindern. Die Versammlung hiess den Kredit schliesslich grossmehrheitlich gut.
Zum Schluss informierte Gemeinderat Hannes Bopp zum aktuellen Stand bezüglich der Jugendarbeit. Im vergangenen Herbst wurde entschieden, dass das gemeinsam mit vier Nachbargemeinden lancierte Pilotprojekt «Offene Jugendarbeit Oberes Seetal» im Sommer 2026 wegen fehlendem Erfolg und hohen Kosten eingestellt wird. Die Partner hätten seither die Gründe für den Misserfolg reflektiert und es habe sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass dieses für die Jugendlichen wichtige Angebot wiederum im Verbund neu aufgegleist werden soll.
Bereits klar sei, dass es nur noch einen Jugendtreff geben und vermehrt auf eine aufsuchende Jugendarbeit gesetzt werden soll. Entsprechende Anträge werden voraussichtlich an den Wintergemeindeversammlungen gestellt, der Neustart ist für Frühling 2027 geplant.
Von Adrian Oberer
Lade Fotos..