Sonja Nauer-Mäder
referierte zum Thema «Depression im Alter – erkennen, ansprechen, begleiten»
Vor 50 Jahren wurde die Schlossmühle Aarau eröffnet. Seither hat die historische Getreidemühle bewegte Zeiten hinter sich: Auf beliebte Projektwochen folgte ein längerer Dornröschenschlaf. Seit 2020 vereint die umgebaute Mühle traditionelles Müllerhandwerk, Gewürzproduktion und öffentliche Anlässe.
Aarau Wer vom Schlossplatz zum Stadtbach spaziert, kann die Schlossmühle mit ihrem grossen Wasserrad kaum übersehen. Seit 1976 steht sie dort, doch ihr Herzstück ist wesentlich älter: Die historische Getreidemühle stammt aus Bözen und reicht bis ins 18. Jahrhundert zurück. Im Zuge des Baus der heutigen A3 tauschten Kanton und Gemeinde Land, wobei die dortige Mühleneinrichtung 1974 nach Aarau überführt und in einem neuen Gebäude – am Standort einer abgebrochenen Bally-Lagerhalle – wieder aufgebaut wurde. 1976 folgte die Eröffnung.
In den 1980er-Jahren lernten Schulklassen in Projektwochen den Weg vom Getreidekorn bis zum fertigen Brot kennen, das sie anschliessend auf dem Wochenmarkt verkauften. Danach fiel die Mühle zunehmend in einen Dornröschenschlaf: Sie diente als Lagerraum, für vereinzelte kulturelle Anlässe und zeitweise als Café. In den 1990er-Jahren fanden die letzten Mahltage statt, danach stand die Anlage lange still.
Erst 2017 kam neuer Schwung: Die Stadt schrieb die Liegenschaft neu aus, und das Konzept der Gewürzmanufaktur Chalira erhielt den Zuschlag. 2018 gründete sich dafür der Verein «Gesellschaft zur Schlossmühle Aarau», der gemeinsam mit Stadt und Chalira ein Nutzungskonzept aus historischem Handwerk, moderner Produktion und öffentlichen Veranstaltungen entwickelte.
2019/2020 wurde das Gebäude umfassend umgebaut und die historische Mühle restauriert. Seit der Wiedereröffnung im Herbst 2020 verbindet die Schlossmühle Müllerhandwerk mit Chaliras Gewürz- und Senfproduktion. Die restaurierte Getreidemühle – vier Meter hoch, mit 32 Holzschaufeln – wird an öffentlichen Mahltagen museal genutzt. Daneben sind eine Gewürz- und eine historische Senfmühle in Betrieb; die Produkte gibt es im Fabrikladen vor Ort. Der Verein pflegt das historische Mühlengut und bietet Führungen sowie Mahltage an.
Ab 10 Uhr klappert die Mühle, von 11.30 bis 13 Uhr findet der Festakt mit Apéro statt. Unter dem Motto «Mahlen. Würzen. Begeistern.» wird Dinkel zu Vollkornmehl gemahlen, eine Fotoausstellung zeigt die Geschichte der Mühle. Es gibt Spezialbrot mit Chalira-Gewürzen, Musik, Festreden und einen Wettbewerb, bei dem Besucherinnen und Besucher an einem Gewürzposten ihren Geruchssinn testen können.
Für musikalische Unterhaltung ist ebenfalls gesorgt. Festreden von Überraschungsgästen ergänzen das Programm. Ein Wettbewerb mit attraktiven Preisen bietet Rätselspass und Spannung. An einem Gewürzposten von Chalira können z. B. Gross und Klein ihren Geruchssinn auf die Probe stellen und erraten, welche Gewürze sich hinter den verschiedenen Düften verbergen; es besteht auch die Möglichkeit, ein eigenes Gewürzsalz herzustellen.
Die Schlossmühle freut sich auf zahlreiche Gäste, bereichernde Gespräche und ein gemeinsames Anstossen auf die nächsten 50 Jahre.
pd
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