Dr. Heinz Rüegger
beleuchtete im kuk Aarau Leben und Tod auch aus philosophischer Sicht
Sie organisierten und bereicherten die Listening Hour (v. l.): Amaru Küng (Singer/Songwriterin), Josefine Krumm (Leiterin Listening Hour), Christina Hegi und Susanne Muth (Geschäftsleitung, 143.ch - Die Dargebotene Hand Aargau/Solothurn) und Daniel Hölzinger (Schauspieler).
Bild: Olivier Diethelm
Zum Tag des Zuhörens am 14. März fand letzten Samstag im Forum Schlossplatz Aarau Hour die Veranstaltung «Die Welt wird lauter – Zuhören ist wichtiger denn je» statt – mit schönen Begegnungen, achtsamem Zuhören von persönlichen Geschichten sowie dem Lauschen gefühlvoller Musik und berührender Texte.
Aarau Schon seit zehn Jahren macht 143.ch – Die Dargebotene Hand jeweils am 14. März (passend zur Kurznummer 143) mit einem Tag des Zuhörens auf die Bedeutung des Zuhörens aufmerksam und organisiert dazu verschiedene Veranstaltungen. So luden die Dargebotene Hand Aargau/Solothurn und der Verein Nichten & Neffen am vergangenen Samstag gemeinsam zu einer Listening Hour ein, die im Anschluss durch Live-Musik und eine Lesung bereichert wurde.
In einer Zeit, in der sich viele Menschen vom hektischen Weltgeschehen überfordert fühlen und psychische Belastungen zunehmen, sei aktives Zuhören ein wirkungsvolles Mittel zur Förderung der mentalen Gesundheit, erklärte Christina Hegi, Geschäftsleitung der Dargebotenen Hand Aargau/Solothurn. Sie zitierte dazu Hermann Hesse mit den Worten: «Es wird alles gleich ein wenig leichter, wenn man es ausspricht.»
«Mit der heutigen Veranstaltung unter dem Titel ‹Die Welt wird lauter – Zuhören ist wichtiger denn je› wollen wir auf diese besondere Qualität aufmerksam machen und sie für die Teilnehmenden erlebbar machen», so Hegi. Gleichzeitig hob sie die langjährige kreative und inspirierende Zusammenarbeit mit Josefine Krumm vom Verein Nichten & Neffen hervor, die die Listening Hour an diesem Samstag moderierte.
Nach einer kurzen Vorstellungsrunde und einer lockeren Bewegungseinheit zum Einstieg lud Josefine Krumm die Teilnehmenden ein, spontan eine persönliche Geschichte aus ihrem Leben zu erzählen, während die anderen aufmerksam zuhören – ohne zu kommentieren oder zu unterbrechen.
Zum Beispiel handelte eine Erzählung von einer nahestehenden, bewundernswerten Person. Trotz schwerer gesundheitlicher Herausforderungen habe diese ihre Lebensfreude bewahrt und geniesse jeden Moment bewusst.
Ein anderer Teilnehmer erzählte von Menschen in seinem näheren Umfeld, die mit starken körperlichen Einschränkungen leben und dennoch das Beste aus ihrer Situation machen. Er betonte, wie beeindruckend deren Mut und Willenskraft seien und dass man daraus viel lernen könne, da sich Menschen oft durch eigene Ängste und Zweifel ihren Möglichkeiten Grenzen setzen.
Es war auch eine Schilderung über die Pflege eines Olivenbaums zu hören: Erst muss er gestutzt werden, damit neue Triebe kommen und die Oliven am Baum wachsen.
Zum Abschluss der Listening Hour fasste Josefine Krumm diese ganz unterschiedlichen Geschichten in einer kurzen Reprise zusammen. In den Rückmeldungen zeigte sich, dass sich die Teilnehmenden einbezogen fühlten und die respektvolle Atmosphäre sowie die gehörten Geschichten als bereichernd und inspirierend empfanden.
Im zweiten Teil der Veranstaltung konnten sich die Teilnehmenden zurücklehnen, zur Ruhe kommen und eine Stunde lang bewusst innehalten. Mit einem warmen Timbre las der Schauspieler Daniel Hölzinger gekonnt generationenübergreifende und persönliche Texte vor, die zwischendurch von der Musikerin Amaru Küng begleitet wurden. Die Singer-Songwriterin mit ugandischen Wurzeln begeisterte das Publikum mit ihrer warmen Stimme und eigenen Liedern – auf Englisch, angereichert mit Elementen aus Alur, Lugbara und Kiswahili.
Dabei spielte es kaum eine Rolle, ob man die Worte verstand, denn ihre Songs kamen spürbar aus dem Herzen und berührten auch die Herzen der Zuhörenden. Beim anschliessenden Apéro blieb noch Zeit, diese entspannte und schöne Stimmung gemeinsam ausklingen zu lassen.
Die Listening Hour machte deutlich, dass jeder Mensch seine eigenen Herausforderungen trägt und wie wichtig es ist, darüber sprechen und sich austauschen zu können. Glücklich schätzen dürfen sich jene, die in einer verständnisvollen Partnerschaft leben, eine unterstützende Familie oder gute Freunde haben, die zuhören können.
Wer diese Möglichkeit nicht hat, kann sich jederzeit an die Dargebotene Hand wenden. Unter der Telefonnummer 143 sowie per Chat oder E-Mail über 143.ch stehen rund 700 freiwillige Mitarbeitende rund um die Uhr vollkommen anonym für Menschen bereit, die einfach jemanden zum Reden brauchen. Denn darüber zu sprechen hilft – das Herz auszuschütten kann Körper und Seele entlasten.
Von Olivier Diethelm
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