Nadine Flück und Oliver Jacobs
begleiten Menschen aus eigener Erfahrung aus der Sucht
Seit Januar 2023 ist Peter Wyss Chef der Hallwilersee-Ranger. Er erklärt, worauf Seebesucher besonders achten sollten, und appelliert dabei eindringlich an die Bevölkerung, die geltenden Regeln zu respektieren.
Region An heissen Sommertagen zieht es die Menschen in Scharen an die Schweizer Seen – so auch an den Hallwilersee. Die steigende Anzahl an Seebesuchern stellt aber nicht nur die Infrastruktur der anliegenden Gemeinden auf die Probe. Auch die für die Natur wichtigen Lebensräume entlang des Seeufers werden zunehmend strapaziert. Peter Wyss, seit Januar 2023 Chef der Hallwilersee-Ranger weiss, wie man sich in diesen Gebieten richtig verhält und vermittelt mit seinen Rangern zwischen Mensch und Natur.
Seine erste Saison als Ranger-Chef hält Peter Wyss grundsätzlich in guter Erinnerung. «Die meisten Leute halten sich an die Regeln und lassen mit sich reden», sagt Wyss. Herausforderungen gab es aber trotzdem. Dauerthema sei beispielsweise das absolute Fahrverbot auf den Uferwegen. Dass dieses Verbot auch Velofahrer betrifft, wollen einige anscheinend nicht wahrhaben. Ebenfalls ein grosses Problem sei der Müll, wie Peter Wyss sagt: «Der Montag ist bei uns im Sommer jeweils Aufräumtag. Da sammeln und entsorgen wir jeweils säckeweise liegengelassenen Abfall.»
Neben der Leinenpflicht für Hunde und wilden Feuerstellen habe im vergangenen Jahr aber auch das Fahrverbot auf dem Aabach die Ranger beschäftigt. Seit dem 1. Juni 2023 darf der Aabach zwischen der Seemündung und dem Schloss Hallwyl nicht mehr mit Stand-Up-Paddles (SUP), Gummibooten oder Schwimminseln befahren werden. «Zu Beginn waren die Regeln aber nicht ganz klar. Zum Beispiel, ob das Schwimmen mit Flügeli oder einer Poolnudel noch erlaubt ist», sagt der Ranger-Chef. Für diese Saison sei das Verbote nun klarer geregelt – Schwimmhilfen sind weiterhin erlaubt – und eine Infotafel mit Piktogrammen aufgestellt worden.
Die Ranger fordern ein solches Verbot schon länger; die Natur sei stark belastet gewesen. «Vor allem die Menge an Menschen, die den Bach runterfuhren, war ein Problem», sagt Peter Wyss. Vögel die in diesem Gebiet nisten seien verscheucht worden. Aber auch das Verhalten der Leute habe seinen Teil dazu beigetragen, so Wyss weiter: «Wir haben Teenager dabei beobachtet, wie sie mit geschützten Pflanzen wie der Teichrose ‹Golf› spielten. Andere pflückten ebenfalls geschützte Seerosen und wollten diese als Deko nach Hause nehmen.»
Das Verbot habe bereits Wirkung gezeigt. So hätten etwa die Biber ihre Biberburg erweitert, auch zwei Jungbiber seien gesichtet worden.
«Wir sind keine Naturpolizisten» Peter Wyss und seine Ranger-Kollegen haben aktuell keine rechtliche Handhabe, um Fehlverhalten zu ahnden. Der Chef der Hallwilersee-Ranger betont auch: «Wir sind keine Naturpolizisten und haben auch nicht den Anspruch, als solche aufzutreten». Den Begriff habe er lediglich als vereinfachte Erklärung für Kinder genutzt.
«Wir möchten uns nicht als Hilfspolizisten aufspielen. Unser Ziel ist es, die Menschen zu informieren und für einen respektvollen Umgang mit der Natur zu sensibilisieren», so Wyss. Nur in ausgewählten Fällen wie Littering oder Verstössen gegen die Leinenpflicht wünschen sich die Ranger die Möglichkeit, Bussen aussprechen zu können. «Das wäre ein wirksames letztes Mittel, wenn sich Personen wiederholt falsch verhalten und keinerlei Einsicht zeigen.» Aktuell steht eine Entscheidung der Gemeinden noch aus, ob die Ranger diese Möglichkeit künftig erhalten sollen.
Stattdessen setzen Wyss und sein Team auf Aufklärung: «Grundsätzlich sind die Regeln für einen respektvollen Umgang mit der Natur gut beschildert.» Rund 100 Infotafeln seien rund um den See aufgestellt. Es gibt aber ein paar einfache Grundregeln: «Bleiben Sie immer auf den ausgewiesenen Wegen und halten Sie sich an Fahrverbote. Den eigenen Abfall entsorgen Sie am besten zu Hause. Füttern Sie keine Wildtiere und denken Sie dran, dass alle Schilfzonen auch Schutzzonen sind. Sie dürfen sich nie einen eigenen Weg durch das Schilf bahnen. Nutzen Sie die dafür vorgesehenen Plätze.» Solange alle Beteiligten mit Herz um den See gingen, könne eigentlich nichts schief gehen.
Von Adrian Oberer
Dies beinhaltet und gilt für alle die, die sich auf dem Wasser aufhalten:
1. Abstand halten zum Schilf dies immer, wenn möglich 50 Meter. Im Schilf brüten und verstecken sich viele Vögel.
2. Schutzgebiete respektieren: Schutzgebiete Stets ausserhalb der Grenzen bleiben. Diese sind teilweise mit gelben Bojen markiert
3. Grosse Distanz wahren zu Vogelansammlungen: Abstand durchs ganze Jahr, keine Gewässerabschnitte mit Vogelansammlungen befahren. Störungen sind schon aus 1 Kilometer Entfernung möglich.
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