Martin Bärtschi
Energie-Apéro-Anlass zur Schweizer Wasserwirtschaft
Ob jung oder alt: Die Broschüre «Kluger Rat – Notvorrat» ist ein guter Leitfaden zum Anlegen eines sinnvollen Notvorrats. Symbolbild
Schwere Unwetter, längerer Stromausfall oder sogar ein Erdbeben: Notsituationen sind oft nicht vorhersehbar und plötzlich kommen viele Fragen auf. Um in solchen Momenten richtig reagieren zu können, ist eine gute Vorbereitung wichtig. Was diese ist und was uns hier in der Region erwarten könnte, erläutert André Gautschi, Chef RFO Aare Region.
Region Aarau «Was uns hier in der Region von den möglichen Notfallszenarien wohl am meisten betreffen könnte, sind intensive Unwetter mit zum Beispiel Starkregen, die zu Überschwemmungen – auch kritischer Infrastrukturen – bis hin zu Senkungen und Abrutschen von Gebäuden führen können», sagt André Gautschi, Chef des Regionalen Führungsorgans (RFO) Aare Region. «Als direkte Folge könnte eine mikrobiologische Verunreinigung im Trinkwasser und eine dies betreffende Mangellage resultieren, die eine unbestimmte Zeit andauern kann. Ohne Strom und Internet kann man lange überleben, ohne Wasser nicht.»
Ein grosses Ereignis wie etwa ein schwereres Erdbeben sei eher unwahrscheinlich, und trotzdem nicht unmöglich – die daraus möglichen Schäden seien meist mehrdimensional mit weitreichenden Konsequenzen. Auch das Thema Epidemie/Pandemie sei nicht zu unterschätzen.
Ob die Bevölkerung in einer Notfalllage überfordert wäre, hänge stark davon ab, was und wie intensiv diese sei , so der RFO-Chef weiter. Auch das richtige Verhalten ist ereignisabhängig. Dazu habe man verschiedene Möglichkeiten, sich vorgängig zu informieren. Es gibt online Notfallpläne und Verhaltensempfehlungen für Krisen, die man runterladen kann (Links am Ende des Artikels). Ausser beim RFO selbst sind auch auf den Gemeindeverwaltungen entsprechende Flyer erhältlich.
So ist jeder Person, die einen Haushalt führt, ausdrücklich empfohlen, solche Dokumente auszudrucken und in einem Ordner abzulegen, so dass man die relevanten Informationen im Notfall zur Verfügung hat. Es braucht gar nicht viel Aufwand, um für die meisten Notfallszenarien gerüstet zu sein. Es liegt einfach auch in der Eigenverantwortung eines jeden, sich vorher ein bisschen zu informieren, wie bei den meisten Dingen im Leben.
Am wichtigsten ist es, sich und seine Familie in einer Notfalllage während mindestens einer Woche selbst versorgen zu können, bis ggf. die Hilfsorganisationen aufgestartet und parat sind. Dabei braucht es keine oftmals überteuerte «Notfallpakete». Viel besser ist es, Notvorräte gezielt in den Kreislauf des täglichen Verzehrs einzubeziehen, und zwar unter anderem mit Lebensmitteln, die man auch sonst gerne isst. So verdirbt auch nichts.
Der Notvorrat sollte so berechnet werden, dass man davon sieben bis zehn Tage gut genügend essen kann und genug zu trinken hat. Beim Trinkwasser sind mindestens 3 Liter pro Person und Tag, ausschliesslich zum Trinken/ Essen empfohlen. Auch ein «Seelengoodie» wie etwa Schokolade oder andere Süssigkeiten dürfen nicht fehlen. Lebensmittel sollte man in der Regel trocken, kühl und dunkel lagern. Des Weiteren sollte man auch etwa an medizinische Güter, Hygieneartikel und weitere Gegenstände wie etwa Taschenlampen, Batterien, Powerbanks, Gaskocher, wichtige Dokumente und Bargeld etc. denken.
Weitere wertvolle Tipps liefert zum Beispiel die Broschüre «Kluger Rat – Notvorrat» des Bundes.
Jede Gemeinde verfügt über mindestens einen Notfalltreffpunkt, der vor allem bei schwerwiegenden Ereignissen als Informationstreffpunkt aktiviert und durch das RFO betreut wird. Leute können sich hier informieren, sich Hilfe holen, aber auch selbst Nachrichten absetzen, wenn etwa sämtliche Kommunikationsmittel nicht mehr funktionieren. Unter der Adresse www.notfalltreffpunkt.ch kann man seine Wohngemeinde eingeben und sehen, wo sich der Notfalltreffpunkt befindet. Dies sollte, wie auch die Vorbereitungen, vor einem Ereignis erledigt werden.
Bei Katastrophen, Notlagen und schweren Mangellagen in der Region übernimmt das jeweilige RFO im Auftrag der Gemeinden oder des Kantonalen Führungsstabs (KFS) die Koordination der Ereignisbewältigung. «Wir selbst haben kein Equipment oder Ressourcen, können diese aber bei Bedarf anfordern und aktivieren», führt André Gautschi aus. Das RFO führe stetig Übungen und Weiterbildungskurse durch, immer mit dem Fokus auf die Entwicklung im Verantwortungsbereich und natürlich auch darüber hinaus, um auf dem neuesten Stand zu bleiben.
Der Bevölkerungsschutz in der Schweiz sei tendenziell gut aufgestellt und für den Ernstfall entsprechend gewappnet. Doch weil – zum Glück – noch kaum ein langandauerndes und übergreifendes Grossereignis eingetreten sei, fehlten entsprechende Erfahrungen aus der Praxis und die Lehren, die man daraus hätte ziehen können, merkt der RFO-Chef an. «Unser Auftrag ist es, vom schlimmsten Fall auszugehen und uns möglichst gut darauf vorzubereiten, immer in der Hoffnung, dass er niemals eintritt».
Olivier Diethelm
Broschüre: Kluger Rat – Notvorrat
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Broschüre: Notfallplan
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